home

Superintelligenz‑Diskussion: Wie Machtstrukturen die KI‑Regulierung beeinflussen

Key Takeaway

Die Fokussierung auf eine vermeintlich unvermeidbare, allmächtige Super‑Intelligenz dient in erster Linie dazu, die Macht und Interessen von Technologieunternehmen und deren politischen Verbündeten zu stärken, während aktuelle Problematiken der KI‑Verwendung (Arbeitsplatzverluste, algorithmische Diskriminierung, Überwachung) in den Hintergrund gedrängt werden.

Summary

  • Der Artikel kritisiert die dominierende Erzählung, dass eine „Super‑Intelligenz“ (AGI) unvermeidlich und potenziell feindlich gegenüber der Menschheit werden wird.
  • Diese Narration hat keine wissenschaftliche Basis, sondern entspringt politischen Agenden und der Machtstruktur der Technologiebranche.
  • „Propheten“ wie Sam Altman und Elon Musk warnen öffentlich vor existenziellen Risiken, obwohl sie gleichzeitig die Entwicklung dieser Technologien vorantreiben, um sich selbst als Hüter der Gesellschaft zu positionieren.
  • Der Fokus auf zukünftige, hypothetische Gefahren verschiebt regulatorische Aufmerksamkeit von konkreten Missständen wie algorithmischer Überwachung, Arbeitsplatzverlusten und algorithmischer Diskriminierung weg.
  • Regierungen weltweit (USA: Executive Order 14110, UK: Frontier AI Taskforce, EU: AI‑Act) richten ihre Sicherheits- und Aufsichtssysteme hauptsächlich auf potenzielle Super‑Intelligenz‑Risiken aus, wobei konkrete gegenwärtige Schäden häufig unterrepräsentiert bleiben.
  • Historisch wurzelt die „Super‑Intelligenz“-Diskussion in der kognitive Rationalität des Kalten Krieges (RAND), der Behauptung, Rechenleistung sei allein entscheidend für Intelligenz, und in der Vorstellung einer technologischen Singularität von von Neumann und Good.
  • 1980er‑90er‑Jahre: Rationalistische Fanfächer (Yudkowsky, Singularity Institute) entwickelten theoretische Modelle (Utility‑Funktionen, Paperclip‑Maximizer, Instrumental‑Convergence, Orthogonality‑Thesis) zur Analyse möglicher Kontrollprobleme.
  • Nick Bostroms 2014‑Buch „Superintelligence“ wandelte diese akademische Theorie in ein „respektiertes“ Mainstream‑Diskursobjekt, das von Tech‑Eliten und Politikern zitiert wird.
  • Über trotz fehlender technischer Grundlagen bietet Bostrom einen strukturierten Rahmen, der den öffentlichen Diskurs mit einer scheinbar wissenschaftlichen Legitimierung versieht.
  • Die Bewegung des effektiven Altruismus (EA) liefert die gesellschaftlichen Grundlagen, da sie lang‑fristige Güter maximiert und große, seltene Katastrophen als primäre Risikofaktoren betrachtet.
  • Der Autor argumentiert, dass die Super‑Intelligenz‑Propaganda eine politische Intervention ist, die Machtstrukturen festigt, die Interessen der Technologiebranche priorisiert und die Stimmen von Opfern algorithmischer Vorherrschaft verstummt.

**Related queries:**

Wie beeinflusst die Superintelligenz-Diskussion die Regulierung von KI in der EU?
Welche Rolle spielen Unternehmen wie OpenAI bei der Schaffung von Super‑Intelligenz‑Risiken?
Was sind die konkreten Auswirkungen der fokussierten Super‑Intelligenz‑Narration auf bestehende Arbeitsmärkte?

Quelle: https://www.noemamag.com/the-politics-of-superintelligence/