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Radikaler Konzeptnativismus im Fokus: Ein kritischer Blick von Rule & Piantadosi

Der Artikel „The end of radical concept nativism“ von Joshua S. Rule und Steven T. Piantadosi, veröffentlicht auf arXiv im Fachgebiet Künstliche Intelligenz & Informationstheorie, bietet eine systematische Analyse der weit verbreiteten Theorie des radikalen Konzeptnativismus. Sie zeigen, dass die zentralen Annahmen dieser Theorie – die Annahme angeborener, unveränderlicher Konzepte – nicht mit modernen Erkenntnissen der Kognitionswissenschaft übereinstimmen.

Key Takeaway

Humanen lernen tatsächlich neue Konzepte – der radikale Konzeptnativismus ist mit den empirischen und theoretischen Ergebnissen der modernen Kognitionsforschung nicht vereinbar.

Summary

  • Thema & Autoren: „The end of radical concept nativism“ von Joshua S. Rule und Steven T. Piantadosi, arXiv (KI & Informationstheorie).
  • Hintergrund: Fodor’s Argument für angeborene Konzepte (radikaler Konzeptnativismus) wird seit Jahrzehnten verteidigt, findet aber zunehmende Kritik.
  • Ziel des Papiers: Systematische Überprüfung der wichtigsten Argumente für den radikalen Konzeptnativismus und Darstellung ihrer Grenzen.
  • Kernthesen:
    1. Ausdruckskraft: Formalisierung von Konzepten untergräbt die Annahme, alles sei vorgegeben.
    2. Konzeptuelle Struktur: Hierarchische und netzwerkkonforme Organisation von Konzepten lässt sich nicht vollständig aus angeborenen Prämissen ableiten.
    3. Konzeptbesitz: Der Erwerb neuer Konzepte lässt sich empirisch beobachten und widerspricht der Idee, dass Konzeptlernen keine neuen Ideen generiert.
  • Methodologie: Anwendung von Informatik- und Informationstheorie, quantitative und formale Analyse der genannten Punkte.
  • Ergebnis: Die Annahmen des radikalen Konzeptnativismus in Bezug auf expressive Power, Struktur und Erwerb von Konzepten entsprechen nicht der tatsächlichen menschlichen Cognition.
  • Beitrag zur Literatur: Schafft eine formalere Grundlage zur Befreiung der Kognitionswissenschaft von überholten, angeborenen Konzeptannahmen und eröffnet neue Forschungsrichtungen.

Quelle

https://arxiv.org/abs/2505.18277