Geschlechtsneutralität auf LinkedIn: Warum Maskierung keine Sichtbarkeit erhöht
Key Takeaway
Der Glaube, dass ein geschlechtsneutrales Profil auf LinkedIn die Sichtbarkeit erhöht, wird durch die Daten der Plattform und die Forschung über algorithmische Verzerrungen als irreführend erkannt.
Zusammenfassung
- Experiment eines Mental‑Health‑Experten: Megan Cornish zeigte, dass ihr Profil, wenn sie es männlich gestaltete, innerhalb einer Woche viermal so viele Impressionen erzielte. Sie nutzte ChatGPT, um sprachlich „maskuline“ Begriffe einzuführen und typische weibliche Ausdrücke zu entfernen.
- Reaktion der LinkedIn‑Community: Die Beobachtung löste eine Welle von Posts aus, in denen Frauen behaupteten, die Sichtbarkeit ihres Contents sei nach Geschlechtswechsel oder geschlechtsneutraler Sprache gestiegen.
- LinkedIns Stellungnahme: LinkedIn betont, dass die Algorithmen keinerlei demografische Informationen (Geschlecht, Alter, Rasse) berücksichtigen und lediglich Signale aus Profilen, Beiträgen und Interaktionen analysieren. Sakshi Jain, Leiterin verantwortlicher KI bei LinkedIn, stellte klar: „Der Geschlechtswechsel beeinflusst nicht die Sichtbarkeit.“
- Forschung zu geschlechtsspezifischer Verzerrung: Professoren und Forschungsstudien weisen darauf hin, dass geschlechtsspezifische Sprachmuster und stereotype Erwartungen die Wahrnehmung von Expertise beeinflussen. Häufig wird „männliche“ Sprache als professioneller wahrgenommen, besonders in Feldern wie Technologie, Finanzen und Ingenieurwesen.
- Komplexität von Identität und Bias: Cass Cooper, eine freie Autorin, demonstrierte, dass die Ergebnisse stark von Rasse und Geschlecht abhängen. Sie stellte fest, dass ein „White‑male“ Profil weniger Reichweite erzielte als ihr echtes Profil und sogar ein „Black‑male“ Profil noch schlechter performte. Damit wird deutlich, dass algorithmische und menschliche Bias gemeinsam wirken.
- Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Die geschlechtsspezifische Verzerrung trägt zur Lohnlücke bei. Frauen verdienen laut 2024 nur 80,9 % des Einkommens eines Mannes. LinkedIn’s Wachstum (15 % zugenommenes Posting, 24 % zugenommenes Kommentieren) verschärft den Wettbewerb um Sichtbarkeit.
- Persönliche Entscheidung von Cornish: Nach einer Woche kehrte sie zu ihrem Originalprofil zurück und nutzte LinkedIn weiterhin, um geschäftliche Ziele zu verfolgen, unter anderem die Förderung von Kleinunternehmerinnen.
- Ausblick: Die Debatte verdeutlicht, dass Plattformalgorithmen zwar neutral wirken mögen, aber doch von gesellschaftlichen Vorurteilen der Nutzer beeinflusst werden. Es bleibt eine Herausforderung, algorithmische Fairness wirklich zu gewährleisten.
Related Queries
Wie können algorithmische Bias auf LinkedIn gemessen und reduziert werden?
Welche sprachlichen Formen wirken bei LinkedIn auf Männer und Frauen unterschiedlich?
Gibt es wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit von Geschlechtermaskierung in sozialen Medien belegen?
Quelle: https://nationalpost.com/news/world/women-linkedin-masquerading-as-men
