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Generative KI verstärkt bestehende Wissensungleichgewichte, indem sie insbesondere nicht‑englische Sprachen und alternative epistemische Systeme systematisch vernachlässigt, was zum Verlust jahrhundertelanger kultureller Erkenntnisse führen kann.

Key Takeaway

Generative KI verstärkt bestehende Wissensungleichgewichte, indem sie insbesondere nicht‑englische Sprachen und alternative epistemische Systeme systematisch vernachlässigt, was zum Verlust jahrhundertelanger kultureller Erkenntnisse führen kann.

Summary

  • Persönlicher Hintergrund: Der Autor beschreibt den Fall seines Vaters, der durch traditionelle Siddha‑Heilmethoden (Siddha‑Medizin) ohne chirurgische Behandlung erfolgreich behandelt wurde, obwohl Ärzte eine Operation empfahlen.
  • Bewusstsein für Wissenslücken: Er erkennt, dass das Internet nicht „allwissend“ ist und besonders in nicht‑englischsprachigen Kontexten große Lücken aufweist.
  • Künstliche Intelligenz: In seiner Forschung an Cornell untersucht er, wie digitale Werkzeuge Machtungleichgewichte reproduzieren und von GenKI (z. B. ChatGPT) verstärkt werden.
  • Studie 2025: Etwa 50 % der ChatGPT‑Anfragen betreffen praktische Hilfe oder Informationsbeschaffung; die KI fördert überwiegend westliche epistemische Modelle und marginalisiert orale Traditionen sowie „low‑resource“ Sprachen wie Hindi oder Swahili.
  • Risiko der Auslöschung: Wenn in Sprachen verankertes Wissen nicht dokumentiert bzw. digitalisiert wird, ist es verschwunden, was die Resilienz und Vielfalt von Erkenntnissen bedroht.
  • Trainingsdaten: GenKI nutzt hauptsächlich Bücher, Artikel, Webseiten und Transkripte, doch die Sprachrepräsentation ist stark unausgewogen – in Common Crawl beispielsweise 44 % Englisch, Hindi 0,2 % und Tamil 0,04 %.
  • „Low‑resource“ Sprachen: Rund 97 % aller Weltsprachen werden im KI‑Kontext als “low‑resource” eingestuft; 88 % der Sprachen erfahren starkere Vernachlässigung in der AI‑Technologie.
  • Lokales Öko‑Wissen: Botanisches und medizinisches Wissen ist oft sprachlich lokalisiert; 75 % der dokumentierten Pflanzengebrauchsanwendungen sind einzigartig einer einzigen Sprache zugehörig.
  • Naturarchitektur Beispiel: Dharan Ashok von Thannal arbeitet an der Wiederbelebung natürlicher Bauweisen in Indien; biopolymer Materialien aus heimischen Pflanzen werden mündlich überliefert und gehen verloren, wenn erfahrenes Wissen in Generationen übertragen wird.
  • Kulturelle Hegemonie: Nach Gramsci entsteht Macht durch die Gestaltung kultureller Normen; westliche epistemologische Auffassungen gelten als objektiv & universell, während Institutionen wie Schulen diese Dominanz festigen.
  • Architektonisches Beispiel: Moderne Hochhäuser mit Glasscheiben in tropischen Städten (San Francisco, Jakarta, Lagos) sind energieineffizient, werden jedoch als zeitgemäß angesehen – ein Zeichen globaler kultureller Hegemonie.

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Welche Auswirkungen hat Sprachmangel auf Medikamente aus Nutzpflanzen?
Inwiefern beeinflusst westliche Hegemonie die Architektur tropischer Städte?

Quelle: https://aeon.co/essays/generative-ai-has-access-to-a-small-slice-of-human-knowledge