Der Untergang von iRobot: Warum der Roomba scheiterte
Key Takeaway
Der Roomba scheiterte, weil die Technologie nicht genug Realitätstests überstand: die Komplexität, der Lithiumverbrauch und die unerwarteten, tierhaubefreudigen Haushaltsbedingungen verhinderten, dass das Produkt den Alltagsbrauch erbrachte und somit die erwarteten Gewinne erwirtschaften konnte.
Summary
- iRobot, Hersteller des Roomba, meldete 2025 den Insolvenzantrag (Chapter 11); der chinesische Hersteller‑ und Gläubigerpartner wird das Unternehmen übernehmen.
- Obwohl das Unternehmen über zwei Jahrzehnte Markenbekanntheit und kontinuierliche Hardware‑/Softwareinnovation verfügte, blieb iRobot nicht profitabel.
- Mehrere Gründe für den Misserfolg wurden aufgeführt: Lieferverzögerungen, mangelndes Kundenvertrauen, hohe Zölle und zahlreiche billige Nachahmer.
- Der „Mikro‑Markt“ der Staubsauger dient als Spiegel für größere Trends: Roboter‑Saugroboter nutzen KI, sind aber mechanisch extrem komplex und auf Lithium‑Batterien angewiesen.
- Der klassische Staubsauger (z. B. Hoover‑Kugelsaugroboter) ist relativ einfach, langlebig und wenig wartungsintensiv.
- Robotische Saugroboter haben oft eine Laufzeit von nur wenigen Jahren und ein sehr hohes Versagensrisiko.
- Der Übergang von einem Haushaltsgerät zu einem „Agenten“ mit smartphone‑ähnlichen Updates ist unwirksam.
- Die Werbung für Roomba zeigt oft minimalistisches, sonnendurchflutetes Wohnambiente; in der Realität stehen vielschichtige, tierhaubenschwammige und unvorhersehbare Szenarien (Kinder, Haustiere, Partys) im Vordergrund.
- iRobot bot sich 2024 Amazon an, um als Smart‑Home‑Appliance eingegliedert zu werden, jedoch führte regulatorischer Widerstand zur Abbruch des Deals.
- Der Autor argumentiert, dass Heimgeräte selten „smart home“ sein können: Alexa‑Aktiver Herd, Kühlschrank oder Waschmaschine sind selten und teuer.
- Der Mangel an Realitätsannahme führte dazu, dass Roomba als „hype‑gesteuerte“ Lösung fehlte und die Verbraucher enttäuscht wurden.
- Die Autoren fordern eine Neubewertung, bei der Roomba als „agentisches“ Gerät positioniert worden wäre, um realistischer mit Alltagsproblemen umzugehen.
Quelle: https://www.theregister.com/2025/12/22/irobot_opinion/
