Künstliche Intelligenz: Kreativität ohne subjektive Erfahrung
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz destabilisiert das menschliche Selbstverständnis und führt zu einem starken Widerstand, weil Menschen ihre Einzigartigkeit und ihren Status als „besonders“ bedroht sehen. Historische Paradigmenwechsel wie die Entdeckungen von Kopernikus, Darwin oder Einstein wurden damals als Angriffe auf die menschliche Zentrale betrachtet und lösten kontroverse Debatten aus. Das gegenwärtige KI‑Phänomen ruft ähnliche Reaktionen hervor.
Kreativität wird oft als sicherer Unterscheidungsfaktor angesehen, der nicht nur schwer zu automatisieren ist, sondern auch tief über reine Produktivität hinausgeht. Obwohl KI in der Lage ist, Texte, Bilder oder Kunst zu generieren, handelt es sich dabei um reine Kombinatorik aus vorhandenen Daten – keine echte schöpferische Tätigkeit.
- Originalität wird hier nicht als entscheidender Faktor betrachtet; vielmehr ist es so, dass in der echten Kunst bereits die meisten Arbeiten Referenzen zu bestehenden Werken tragen.
- Ein wiederkehrendes Problem bei aktuellen Sprach‑ und Bild‑Modellen ist das Fehlen von „Stil“ oder „Charakter“, weshalb die von ihnen produzierten Ergebnisse oft steriler und inspiriert wirken.
- Dieser Mangel an Charakter wird als Symptom dafür interpretiert, dass KIs keine menschliche Erfahrung besitzen und daher lediglich versuchen, eine Verbindung zu imitieren.
- Der Autor schlägt vor, die Definition von „realer“ Kreativität zu überdenken, um sie als die Fähigkeit zu verstehen, persönliche, subjektive Erfahrungen auszudrücken – etwas, das KI‑Systeme gegenwärtig nicht leisten können.
Quelle: bytesauna.com
