Titanic‑Digital‑Twin: Tiefseebasierte Photogrammetrie ohne Lidar als Hauptmodellierungstool
Quelle: https://blog.lidarnews.com/titanic-digital-twin-reality-capture/
Key Takeaway
Der Titanic‑Digital‑Twin demonstriert, wie tiefseebasierte Photogrammetrie mit ROVs, Lidar‑Sensors und unterirdischer Navigation selbst die anspruchsvollsten Unterwasserobjekte präzise abbilden kann – bislang ohne den Einsatz von Lidar als Hauptmodellierungstool.
Summary
- Projektüberblick
- Magellan hat den Titanic‑Wreck in der Tiefe von ca. 3 800 m mit zwei speziell entwickelten ROVs (Romeo und Juliet) abgetastet.
- Die ROVs, rund vier Tonnen schwer, werden über Kabel mit Strom und Glasfaserdaten versorgt und halten 2–3 m Abstand zum Wrack.
- Ausrüstung & Sensoren
- Jeder ROV ist mit HD‑Kameras, Lidar‑Scanner, Stroboskoplichtern, einem Inertialnavigation‑System (INS), Doppler‑Vektor‑Logs (DVL) und Ultra‑Short‑Baseline‑ (USBL) akustischer Positionsbestimmung ausgestattet.
- Lidar wurde zwar zur Datenerfassung genutzt, aber bislang nicht für die endgültige 3D‑Rekonstruktion verwendet.
- Sonar diente primär der Navigation, nicht der Modellierung.
- Navigation ohne GPS
- Ohne terrestrische GNSS wurden Position und Überlappung über USBL, INS und DVL erzeugt; Drift war dabei ein Hauptproblem.
- SLAM wurde nicht eingesetzt, weil die Größe des Titanic‑Betriebs zu groß war.
- Photogrammetrie‑Experten standen an Bord, um ROV‑Piloten bei der Wiederkehr zu kritischen Bereichen zu leiten.
- Datensatz und Verarbeitung
- Insgesamt 715 000 hochauflösende Bilder wurden gesammelt, daraus 16 TB Speicher an Daten.
- Erste Verarbeitung erfolgte Onboard zur Qualitätskontrolle.
- Erster Draft nach 3–4 Monaten, danach mehr als ein Jahr Reprocessing mit verbesserten Workflows.
- Kosten: circa $100 000/Tag, Operationen dauerten 3‑4 Wochen (erweitert auf 3 Wochen wegen Wetter und Ausrüstung).
- Wissenschaftlicher Beitrag & Öffentlichkeit
- Modell liefert neue Einblicke in Titanics Letzte Momente, viele bislang unbeachtete Strukturelemente.
- Vollauflösende Daten sind zu groß für öffentliche Freigabe; vereinfachte Version erhältlich (vROV‑Experience für $24,99).
- Plan, Plattform auch für andere Unterwasser‑ und geothermische Site‑Erfahrungen zu erweitern.
- Persönliche Note
- Projekt entstand als Gelegenheit von Magellan, während eines Transitfluges bei der Titanic zu sein.
- Doug Scott betont, dass die größte Erkenntnis aus der Präzision der Abläufe kommt – sorgfältige Rasterung, geringe Turburlit und Beleuchtung.
Related queries
- Wie wurde die Positionierung an Bord ohne GPS realisiert?
- Wird Lidar künftig für die Titanic‑Rekonstruktion verwendet?
- Wie groß ist die finale Datenmenge des digitalen Zwillinges?
