China nutzt US-Technologie, um tibetische Flüchtlinge in Nepal zu überwachen – ein Blick auf die Hintergründe
China setzt seit Jahren ausländische Überwachungstechnologien ein, um die Free‑Tibet‑Bewegung zu unterdrücken. Dabei greifen chinesische Firmen wie Hikvision und Dahua auf US‑Entwicklungen zurück und lassen sich von amerikanischen Cloud‑Anbietern wie Amazon Web Services unterstützen.
Auslandsverbreitung chinesischer Überwachungsmittel
China liefert CCTV‑Kameras, Gesichtserkennungssysteme und Netzwerkinfrastrukturen an über 150 Länder, darunter Nepal, Vietnam, Pakistan und Kenia. Diese Systeme sind Teil einer strategischen Initiative, um globale Einflussbereiche zu sichern und autoritäre Kontrolle zu erleichtern.
Technologischer Ursprung in den USA
Die von chinesischen Firmen eingesetzten Technologien basieren auf US‑Entwicklungen, trotz Warnungen vor Kopieren und Diebstahl. Amazon Web Services und andere US‑Cloud‑Dienste unterstützen den internationalen Einsatz von Hikvision und Dahua, obwohl diese Firmen auf der US‑Commerce‑Department‑Entity‑List stehen.
Situation in Nepal
Tausende CCTV‑Kameras überwachen stark frequentierte Gebiete in Kathmandu, insbesondere um den buddhistischen Tempel Boudhanath, an dem tibetische Flüchtlinge Schutz suchten. Das nepalesische Innenministerium hat laut einem 2021 genutzten Bericht chinesische Überwachungssysteme auch in Bereichen installiert, deren Bau gemäß bilateraler Abkommen verboten war.
Auswirkungen auf die tibetische Diaspora
Die Zahl tibetischer Flüchtlinge in Nepal ist von über 20.000 auf weniger als 10.000 gesunken, bedingt durch harte Grenzkontrollen, wachsende taiwanesische Beziehungen Nepales zu China und intensive Überwachung. Viele Flüchtlinge fürchten Repression und verlassen Nepal, während andere ihre Protestaktivitäten zurückfahren, wie der ehemalige Aktivist Sonam Tashi beschreibt.
US‑Politik und -Unterstützung
US‑Regierungen mehrerer administrativer Übergangsstufen haben wiederholt amerikanische Technologiefirmen dabei unterstützt, Ausrüstung an chinesische Polizeibehörden zu verkaufen. Außerdem betreibt die US‑Border‑Patrol ein geheimes Programm zur Überwachung von Fahrzeugen, um angeblich verdächtige Reisegewohnheiten zu identifizieren.
Berichterstattung und Quellen
Die AP‑Recherche stützt sich auf hunderte nepalesische Auftragsdokumente, ausgelöste Marketingmaterial, geleakte Regierungs‑ und Unternehmensdokumente sowie Interviews mit über 40 Personen (tibetische Flüchtlinge, nepalesische, amerikanische und chinesische Ingenieure, Führungskräfte, Experten). China bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet die Berichte als „Fabrication driven by ulterior motives“. Quelle: AP News
