Radikaler Konzeptnativismus: Menschen lernen neue Konzepte
Der Artikel The end of radical concept nativism von Joshua S. Rule und Steven T. Piantadosi untersucht die weit verbreitete Annahme, dass Konzepte angeboren sind. Auf Basis einer systematischen Überprüfung zeigen die Autoren, dass die Annahmen des radikalen Konzeptnativismus in Bezug auf expressive Power, Struktur und Erwerb von Konzepten nicht mit den empirischen Befunden der modernen Kognitionsforschung übereinstimmen.
Key Takeaway
Humanen lernen tatsächlich neue Konzepte – der radikale Konzeptnativismus ist mit den empirischen und theoretischen Ergebnissen der modernen Kognitionsforschung nicht vereinbar.
Wesentliche Thesen
- Ausdruckskraft: Die Art und Weise, wie Konzepte formalisiert werden, kann die Annahme untergraben, dass alles vorgegeben sei.
- Konzeptuelle Struktur: Die hierarchische und netzwerkkonforme Organisation von Konzepten lässt sich nicht vollständig aus angeborenen Prämissen ableiten.
- Konzeptbesitz: Der Erwerb neuer Konzepte lässt sich empirisch beobachten und widerspricht der Idee, dass Konzeptlernen keine neuen Ideen generiert.
Methodik und Ergebnis
Die Autoren nutzen Informatik- und Informationstheorie, um die Argumente für und gegen den radikalen Konzeptnativismus zu analysieren. Sie zeigen, dass die Annahmen in Bezug auf expressive Power, Struktur und Erwerb von Konzepten nicht mit der tatsächlichen menschlichen Cognition übereinstimmen. Folglich wird die Behauptung widerlegt, Menschen neuartige Konzepte nicht erlernen können.
Beitrag zur Literatur
Die Arbeit bietet eine formalere Grundlage für die Befreiung der Kognitionswissenschaft von überholten, angeborenen Konzeptannahmen und öffnet neue Forschungsrichtungen zur Analyse von Konzeptlernen mit modernen Werkzeugen.
Quellen
Quelle: https://arxiv.org/abs/2505.18277
