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Radikaler Konzeptnativismus: Warum Menschen neue Konzepte lernen können

Der Artikel “The end of radical concept nativism” von Joshua S. Rule und Steven T. Piantadosi liefert eine umfassende kritische Analyse des radikalen Konzeptnativismus, wie er ursprünglich von Fodor vertreten wurde. Im Kern stellt das Papier fest, dass die meisten oder alle Konzepte nicht angeboren sein müssen, sondern durch Lernen und Erfahrung entstehen können.

Die Autoren führen drei zentrale Thesen aus:

  • Ausdruckskraft: Die Art und Weise, wie Konzepte formalisiert werden, kann die Annahme untergraben, dass alles vorgegeben sei.
  • Konzeptuelle Struktur: Die hierarchische und netzwerkkonforme Organisation von Konzepten lässt sich nicht vollständig aus angeborenen Prämissen ableiten.
  • Konzeptbesitz: Der Erwerb neuer Konzepte lässt sich empirisch beobachten und widerspricht der Idee, dass Konzeptlernen keine neuen Ideen generiert.

Methodisch greifen die Autoren Konzepte der Informatik und Informationstheorie auf, um die genannten Punkte quantitativ zu analysieren. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Annahmen des radikalen Konzeptnativismus sind in Bezug auf Ausdruckskraft, Struktur und Erwerb von Konzepten mit der tatsächlichen menschlichen Cognition nicht vereinbar.

Damit tragen Rule & Piantadosi entscheidend dazu bei, die Kognitionsforschung von Fodor’s Konzeptnativismus zu lösen und eröffnen neue Forschungsrichtungen für die Analyse von Konzeptlernen mit modernen Werkzeugen.

Quelle: https://arxiv.org/abs/2505.18277